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Harz4

Der Grundsatz von Harz4 sollte ja eigentlich fördern und fordern lauten.

Leider sieht die Praxis anders aus. Hier wird ein Heer von Billigarbeitern geschaffen, die Arbeiten ausführen, für die normalerweise Menschen beschäftigt werden müssten. Gleichzeitig wird für die Beschäftigten eine Bedrohungssituation geschaffen, die den Verlust alles bisher erarbeiteten bedeuten würde, während die Löhne im Verhältnis so stark sinken, daß in einer häuslichen Gemeinschaft beide Partner arbeiten müssen, um ihren Nachwuchs einigermaßen versorgen zu können. Dadurch drängen weitere Menschen auf den Arbeitsmarkt.

Durch die Arbeitsplätze, die von den Arbeitslosen belegt werden und die sinkenden Löhne entsteht dann eine weitere Lücke in der Finanzierung der Sozialsysteme, die widerum von der arbeitenden Bevölkerung über die Sozialleistungen zu tragen ist. Echte Weiterbildung wird erfahrungsgemäß nicht gefördert. Irrwitzige Maßnahmen mit einem sinnlosen Bewerbungstraining, Belästigung der Arbeitgeber durch massives Bombardement mit erzwungenen Bewerbungen, Ausnutzung der Arbeitskraft fleißiger Menschen in 1-€uro-Jobs bis zur gesundheitlichen Schädigung durch verlängerungen der Maßnahmen, die angeblich nur zur Überprüfung der Arbeitsfähigkeit der Klienten da sein sollen.

Es ist auch ein Unding, daß diese Betriebe noch Geld dafür erhalten, daß sie die Menschen derart ausbeuten – es erinnert stark an den Arbeitsdienst de 3. Reiches oder an die Sklaverei in den Staaten im 19. Jahrhundert.

Hinzu kommt eine demoralisierende Behandlung der Klienten, die nach ein bis zwei Jahren wohl kaum noch in der Lage sein werden, im normalen Arbeitsleben Fuß zu fassen. Wenn man den Menschen ihre Würde einfach nimmt, hat das nichts mit sozialer Marktwirtschaft zu tun. Wenn man Menschen so entmutigt und ihnen 4x jährlich erklärt, wie unfähig sie sind, werden sie kaum noch den Mut finden, sich in einer sinnvollen Arbeit zu angagieren.

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