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Leistung muß sich lohnen

Trotz der ständigen Beteuerungen: „mehr Netto vom Brutto“ oder „Leistung muß sich lohnen“, wehrt sich die neu gewählte Kanzlerin standhaft zumindest einen Mindestlohn einzuführen. Dabei sollte man anmerken, dass ein Mindestlohn von 8,50 € bei 40 Wochenstunden lediglich zu einem Einkommen in der Höhe der Bezüge eines Harz4-Empfängers + Mietzuschuß führen würde. Dies orientiert sich am Existenzminimum und ist allein deswegen als Entlohnung nicht akzeptabel. Dem stehen Einkommen entgegen, die weit jenseits der 250000€/Jahr liegen. (Oft in Chefetagen von Firmen, die über Werksverträge und/oder Auslandsaufträge menschenunwürdige Arbeitsbedingungen billigend in Kauf nehmen)
Es gibt keine vernünftige Erklärung für den unverhältnismäßigen Mehrwert dieser Arbeiten, da unser Gesellschaftssystem auf der Leistung aller Beteiligten basiert. Gegen eine Mehrbesteuerung hoher Einkommen gibt es auch keine vernünftiges Gegenargumente, da sich dies kaum auf den Lebensstandard der Betroffenen auswirken würde.
Immerhin steht auch explizit im deutschen Grundgesetz (Art.14, 2+3), dass Eigentum verpflichtet und dem Wohle der Gemeinschaft dienen soll. Unter diesem Sichtpunkt sei anzumerken, dass Steuerhinterziehung in großem Umfang (>1mio.€) eigentlich schon ein so schwerer Betrug der restlichen Bevölkerung ist, dass dies nicht durch eine einfache Selbstanzeige und Rückzahlung der gestandenen Steuerschuld schon beglichen sein kann. Dies kann eigentlich nur ein mildernder Umstand in der Beurteilung sein.
Auch die Haftbarkeit der überbezahlten Manager ist nicht zu vergleichen mit der Haftbarkeit eines Klein- oder Mittelstandunternehmers, der im Falle eines Bankrotts tatsächlich arm ist. Trotzdem ist sein Verdienst kein Bruchteil dieser geschützten Lobbyisten, die selbst im Falle eines Bankrotts noch Forderungen nach Abfindungen durchsetzen können, solange die verursachten Pleiten vom Steuerzahler aufgefangen werden müssen. Hier müsste ganz klar das Risiko für Fehlentscheidungen von den betreffenden Personen, bzw. dem Konzern liegen. Immerhin werden schon im normalen Berufsleben gering verdienende Menschen mit einem hohen Haftungsrisiko belegt.
Des weiteren ergibt sich aus einem hohen Einkommen auch noch der Aspekt, dass niedrige Einkommen quasi nochmals durch die Mehrwertsteuer zu nahezu 100% doppelt versteuert werden wogegen Kapitalerträge, die keinen wirklichen Eigenwert besitzen, nur sehr gering besteuert werden (wenn überhaupt). Auch die Beteiligung an der Solidargemeinschaft wird durch viele Regelungen auf die breite Masse der Bevölkerung abgewälzt, die aber nur einen Bruchteil des Gesamteinkommens dafür zur Verfügung haben. Hier wäre eine Pflichtversicherung für alle Einkommensgruppen mit gleichen Prozentsätzen zur Gesundheitsversorgung und Pflege angesagt.

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